Polyurethan Klarlack
Kfz-Lackierungen: immer widerstandsfähiger trotz weniger Lösungsmittel. Dem Laborstadium bereits entwachsen sind umweltfreundliche PUR-Klarlacke, die nur geringe Mengen flüchtiger organischer Substanzen enthalten.
Über den Lack rotiert eine Bürste, wie sie in vielen Autowaschanlagen zum Einsatz kommt. Was sie dem Lack antut, würde allerdings jeden Fahrzeugbesitzer in tiefste Depression stürzen. Denn die „Waschlösung“ enthält neben Wasser auch scharfkantigen Quarzsand. Normalerweise wäre der Betreiber einer solchen Waschanlage schnell pleite. Doch in diesem Falle hilft die grobe Behandlung des Autolacks, Autokäufer zufriedener zu stellen: Mit der Labor-Waschanlage testet Bayer MaterialScience, einer der größten Kunststoff-Hersteller der Welt, wie kratzempfindlich neue Lackrezepturen sind.
Ingenieur Thomas Klimmasch, Mitentwickler der Labor-Waschanlage: „Die Kratzfestigkeit hängt fast ausschließlich von der obersten, nur wenige hundertstel Millimeter dicken Schicht, dem Klarlack, ab.“ Diese „Haut“ des Automobils schützt die darunter liegenden Schichten auch vor den anderen Todfeinden eines gelungenen Auto-Outfits: der starken UV-Strahlung der Sonne und dem sauren Regen. Besonders widerstandsfähig sind dabei so genannte Polyurethan-(PUR-)Klarlacke. Zu erkennen geben sie sich durch eine besonders hohe Brillanz und durch ihren „wet look“ – der Betrachter hat den Eindruck, auf eine nasse, glänzende Oberfläche zu schauen.
Die Experten von Bayer MaterialScience arbeiten daran, die Kratzfestigkeit von PUR-Klarlacken noch weiter zu erhöhen. „Das ist vor allem deshalb schwierig, weil Kratzfestigkeit und Säurebeständigkeit nahezu gegenläufige Lackeigenschaften sind“, erklärt Dr. Markus Mechtel, Chemiker von Bayer MaterialScience.

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