Inzwischen ist es dem Bayer-Team gelungen, mit neuen Lackrohstoffen einen Weg aus der Zwickmühle zu finden: Mit ihnen lassen sich Klarlacke herstellen, die einerseits wegen der starken Vernetzung ihrer Moleküle besonders harte Schichten bilden, die aber andererseits nicht spröde sind und daher die Fähigkeit zur Selbstheilung besitzen. Sommerliche Temperaturen lassen kleine oberflächliche Kratzspuren wieder zufließen. Der Käufer eines Autos mit einer solchen Haut könnte sich nicht nur am dauerhaft jugendlichen Erscheinungsbild seines Fahrzeugs erfreuen, sondern auch an dessen höherem Wiederverkaufswert.
Dem Laborstadium bereits entwachsen sind umweltfreundliche PUR-Klarlacke, die nur geringe Mengen flüchtiger organischer Substanzen enthalten. „Wir haben serientaugliche
2-Komponenten-PUR-Klarlacke auf wässriger Basis entwickelt. Ihr Eigenschaftsprofil ist genauso gut wie das lösemittelbasierter PUR-Lacke, die heute üblicherweise eingesetzt werden“, freut sich Mechtel.
Was UV-, Witterungs- und Chemikalienbeständigkeit von Lacken angeht, sind Laborprüfungen übrigens nicht die letzte Instanz. Entscheidend sind die Langzeit-Freilandversuche in Jacksonville in den USA. Denn, so Klimmasch: „Die Luft dort ist sehr salzhaltig; das Klima feuchtwarm; die Sonne strahlt lange und intensiv.“ Damit ist die Hafenstadt in Florida ein Albtraum für Autobesitzer – und genau deshalb ein Mekka der Lackbranche.
Übrigens: Wer allergrößten Wert auf einen langlebigen, strahlenden Anblick seines Autolieblings legt, sollte beim Kauf helle Farbtöne bevorzugen. „Sie sind zwar nicht unempfindlicher, doch geben sich Kratzer und Co. dem Auge nicht so leicht zu erkennen“, so Mechtel.
Leverkusen, 2004-04-02

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