„Heutzutage werden bereits bis zu 15 Prozent eines Fahrzeugs aus polymeren Werkstoffen hergestellt. Ein Anteil, der in den nächsten Jahren auf gut 20 Prozent ansteigen dürfte“, erläutert Seesing die große Bedeutung von Hightech-Kunststoffen in der Automobil-Industrie des 21. Jahrhunderts. Allein Bayer MaterialScience beliefert die Hersteller derzeit mit einer mehrere hundert Varianten umfassenden Produktpalette: Neben Werkstoffen für vorgefertigte Softfeel-Bauteile, die nachgelagerte Produktionsschritte ersparen, zählen auch Rohstoffe für farbgebende Basislacke und kratzfeste Klarlacke zu den Bestsellern von Bayer MaterialScience. Gleiches gilt für Dämmstoffe zur Vibrations- und Lärmreduzierung oder für hochstabile Sandwich-Verbundelemente, die beispielsweise den Reisemobilen der Hymer AG aus dem süddeutschen Bad Waldsee den Rücken beziehungsweise das Heck stärken.
Dabei schaffen die Automobilhersteller vor allem mit der Umsetzung individueller Kundenwünsche neue Designstandards. Oder anders ausgedrückt: Autos von der Stange sind mega-out. Auch dies hätte sich Henry Ford mit seinem revolutionären, bis 1927 rund 15 Millionen Mal gebauten Serienfahrzeug Model T wohl niemals erträumt. Denn während sich die damaligen Autos noch wie ein Ei dem anderen glichen, gilt es heute dem eigenen Wagen durch allerlei Extras eine persönliche Note zu verleihen. „Der Vorteil unserer Werkstoffe liegt darin, dass sich damit relativ schnell und einfach auch komplexeste alternative Formen herstellen lassen – und zwar ohne dazu gleich die gesamte Produktion umstellen zu müssen“, unterstreicht Seesing die große Designfreiheit durch Bayer MaterialScience-Werkstoffe. „Nur so ist es möglich, sozusagen im Handumdrehen mit der raschen Fertigung verschiedener Modell-Varianten die Bedürfnisse der Käufer nach individueller Ausstattung zu befriedigen.“ Mit dem Rinspeed Senso und seinem ambienten Innenleben wird diese Entwicklung jetzt konsequent weiter vorangetrieben.
Der Rinspeed Senso ist übrigens nicht der erste Kunststoff-Wagen, den Bayer vom Stapel rollen lässt: Neben dem „Leguval-Auto“ aus der Nachkriegszeit wurde 1967 zusammen mit BMW ein schnittiger Sportwagen entwickelt, dessen innovative Details schon bald darauf in der Großserie zum Einsatz kamen. Und spätestens jetzt beginnen auch Seesings Augen zu leuchten: „Der befindet sich immer noch im Besitz von Bayer MaterialScience.“ Spricht´s und holt die leicht vergilbten Papiere hervor. „Wir werden den Wagen jetzt als historisches Fahrzeug anmelden. Und darauf freue ich mich genauso wie auf die erste Testfahrt im neuen Rinspeed Senso.“ Vergangenheit und Zukunft verschmelzen in diesem Augenblick und formen ein Bild designter Autozukunft, an der Bayer MaterialScience wahrlich mehr als einen Anteil hat.
Leverkusen, 2005-03-03

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